Der Koffer der Adele Kurzweil

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Coverbild: Next Liberty_Theater für Kinder in Graz_Stücke_Der Koffer der Adele Kurzweil
von Thilo Reffert und Manfred Theisen / nach dem gleichnamigen Jugendroman
Wiederaufnahme
14+
ab der 8. Schulstufe
DER KOFFER DER ADELE KURZWEIL
Inszenierung: Esther Felicitas Muschol
Ausstattung: Fabian Lüdicke
Kostüme Wiederaufnahme: Isabel Toccafondi
Musik: Maurizio Nobili
Video: Roland Renner
Dramaturgie: Dagmar Stehring
Regieassistenz: Johanna Ortner
Mara / Adele (Dele): Simone Leski
Gisela, Adeles Mutter: Yvonne Klamant
Bruno, Adeles Vater: Martin Niederbrunner
Sepp, ein Grazer Grenzbeamter / André, Junge in Auvillar: Christoph Steiner
Dame im Zug / Daniele / Marianne, Mädchen in Auvillar: Lisa Rothhardt
Heinz Röthke / Gernot, Geheimdienstler / Gendarm in Paris / Henri, Gendarm in Auvillar: Helmut Pucher
Gerda, Adeles Freundin in Graz / Anna, Adeles Freundin im Heim: Christina Kiesler
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Gegen das Vergessen. 1938 mussten die 13-jährige Adele Kurzweil und ihre Eltern ihre Koffer packen, ihre Heimat Graz verlassen und vor den Nationalsozialisten fliehen, ohne zu wissen, wann oder ob sie wieder zurückkommen würden. Ihre Flucht führte die Familie bis nach Südfrankreich, wo ihre Koffer erst Jahrzehnte später auf einem Dachboden entdeckt wurden – sie haben die Reisen der Familie mitgemacht, bis auf die letzte Etappe, die sie 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz führte, in den Tod. Zwischen Adeles Abreise und diesen Koffern liegen vier Jahre. Vier Jahre Flucht, Angst, Hoffnung, Ungewissheit.

„Ich möchte etwas herausfinden über Dele, also Adele Kurzweil. Heute wäre sie …. 101. Sie hätte am 31. Jänner Geburtstag. Also: Hätte sie haben können. Dann wäre sie eine richtig alte Frau. Sie würde ihre Geschichte selbst erzählen, was sie erlebt hat. Und wie sie überlebt hat. Aber – wenn ich an Dele denke, stelle ich sie mir nicht alt vor. Sondern jung. So wie ich ihr begegnet bin in Auvillar …“

Im Auftrag des Next Liberty ist auf Basis der Recherchen, die Manfred Theisen für seinen gleichnamigen Jugendroman gemacht hat, 2020 ein eindringliches und aktuelles Theaterstück über ein wichtiges Stück (Grazer (Stadt-)Geschichte entstanden, in dem eine junge Frau versucht, sich an etwas zu erinnern, das sie selbst nicht erlebt hat, aber uns alle angeht – mehr denn je.

TIPP: „GehDenkMal – Ein interaktiver Audiowalk durch Graz zwischen damals und heute“

Das sagen die Besucher_innen:


NACHGEFRAGT

„Deshalb ist es wichtig, politisch zu sein“ - Im Gespräch mit dem Autor Manfred Theisen

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Next-Liberty_Kindertheater in Graz_DER KOFFER DER ADELE KURZWEIL_Thilo Reffert

NACHGEFRAGT

„Wir wollen das Zusammendenken ja anregen und nicht stellvertretend ausführen.“ - Im Gespräch mit dem Autor Thilo Reffert

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Interaktiver Audiowalk des Next Liberty Theater in Graz

BOUND UP YOUR GRAZ! 

Der interaktive Audiowalk „GehDenkMal“ ist theatraler Stadt-Spaziergang, auditive Zeitreise, bewegte und bewegende Erinnerungskultur in einem und bringt ein wichtiges Stück Grazer (Stadt-)Geschichte schrittweise näher.

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  • Geschichte, die uns alle angeht Mit „Der Koffer der Adele Kurzweil“ wird im Next Liberty ein wichtiges Stück (Grazer Stadt-) Geschichte nacherzählt, das nahe- und uns alle angeht.

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Presse-
Stimmen

  • Kronen Zeitung
    Christoph Hartner
    26.01.2020

    „Ein bewegendes Ereignis!
    Aus dem Publikum erhebt sich eine Stimme: „Ich bin Mara und ich möchte etwas herausfinden.“ Am Handy hat Mara Fotos von alten Dokumenten, die vom Abtransport von tausenden Juden erzählen: „Diese Briefe gibt es wirklich“, sagt sie, „einer muss sie geschrieben haben.“ Und schon beginnt sich hinter ihr auf der Bühne die Vergangenheit zu materialisieren – zuerst erscheint der Nazi-Scherge, der die Zeilen geschrieben hat; dann die Eltern jenes jüdischen Mädchens aus Graz, in dessen Rolle Mara schlüpfen wird: Adele Kurzweil.
    Das wahre Schicksal der Adele Kurzweil

    Adele war 13 Jahre alt, als sie 1938 mit ihrer Familie aus Graz flüchten musste. Doch auch im südfranzösischen Auvillar waren sie nicht sicher vor den Klauen der Nazis. Der Koffer für die Weiterflucht war bereits gepackt – doch er blieb zurück, als Adele und ihre Familie 1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet wurden.
    Seit der Koffer dort 1990 auf einem Dachboden wiederentdeckt wurde, ermöglicht er einen Einblick in das tragische Schicksal von Jugendlichen wie Adele. Und dient nun als zentrale Metapher für eine theatrale Annäherung an den Stoff, in dem die Fakten über das Leben Adeles mit den Mitteln der Fiktion zu einer Geschichte verbunden werden.
    Historisches Mädchen mit heutigem Flair
    Wie muss sich eine Jugend auf der Flucht angefühlt haben? Dieser Frage geht das Stück nach, lässt das Gestern mit dem Heute verschmelzen. Wenn Adele sich etwa trotz Krieg und Verfolgung einem Moment jugendlicher Leichtsinnigkeit mit einem jungen Franzosen hingibt, tanzt sie (ganz gegenwärtig) zu „Bad Guy“ von Billie Eilish. Und letztlich landet auch Maras Handy im Koffer von Adele.
    Esther Muschol unterstreicht mit ihrer unpathetischen und doch so intensiven Inszenierung die Zeitlosigkeit des Stoffes. Fabian Lüdicke hat eine Bühne gebaut, die das Gefühl, nur Bruchstücke einer Vergangenheit erahnen zu können, wunderbar unterstreicht.

    Viel besser kann man die Traumata der Geschichte einem jungen Publikum (ab 14) nicht vergegenwärtigen.“

  • Kleine Zeitung
    Elisabeth Willgruber-Spitz
    26.01.2020

    „Langsam schleicht sich das Unbehagen an. Wenn Simone Leski als rechte Grazer Maid ihre jüdische Freundin in der Öffentlichkeit meidet; Michael Großschädl den Sepp raus- und die junge Adele sein Uriniertes aufwischen lässt. „Niemandem trauen, mit keinem sprechen.“ Bitter von einer 17-Jährigen kurz vor ihrer Ermordung 1942 in Auschwitz: „Ich will einfach nicht ungeküsst sterben!“
    Standing Ovations, auch von jungem Publikum, bei der Uraufführung von „Der Koffer der Adele Kurzweil“ mit den anwesenden Autoren Thilo Reffert und Manfred Theisen im Next Liberty. Hervorragend hat Esther Felicitas Muschol die Flucht- und Vernichtungsgeschichte des Mädchens und ihrer Eltern (Yvonne Klamant und Martin Niederbrunner) auf Fabian Lüdickes Holzschachtel-Drehbühne umgesetzt. Leise (auch Maurizio Nobilis Musik), lebendig vermittelt, narrativ, mit Kurzszenen und einer phänomenalen Amelie Bauer als Protagonistin, Freundin und Lotsin in die von Helmut Pucher als Hakenkreuz-Scherge verkörperte Nazizeit. Erschütternd 75 Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz.“